01.04.2003 – Wie entdeckt man Arzneimittel?


 

Hahnemann entdeckte mit seinem Chinarindenversuch das Grundgesetzt des homöopathischen Heilens: “Ähnliches heilt Ähnliches“. Nun stand ihm eine grosse Aufgabe bevor, denn nun mussten viele Mittel geprüft werden, um für alle Krankheiten eine Arznei zu finden.

 

Braucht es Tierversuche?

Diese Arzneimittelprüfungen müssen an gesunden Menschen erfolgen. Tierversuche sind unbrauchbar und werden deshalb auch nicht gemacht, weil uns die Tiere ihre Empfindungen und Gemütszustände nicht äussern können. Ausserdem reagieren sie in vielen Fällen anders auf gewisse Substanzen als die Menschen. So können Tiere oft giftige Pflanzen unbeschadet fressen, während sie für die Menschen tödlich sind. Die Homöopathie macht also keine Tierversuche, um Rückschlüsse für die Wirksamkeit der Arzneimittel auf den Menschen zu ziehen.

 

Wie wird geprüft?

Eine Gruppe ausgesuchter, gesunder Menschen (Prüfer) nimmt über einen bestimmten Zeitraum das zu prüfende Mittel ein. Treten nun Symptome auf, d.h. erzeugt das Mittel beim Prüfer eine Krankheit, so werden diese genau erfasst. Werden die Prüfungen exakt durchgeführt, so bekommt man am Schluss für jedes Mittel eine grosse Anzahl an Symptomen. Diese werden ergänzt durch klinische Beobachtungen und den Erfahrungen aus der Anwendung beim Kranken. Alle Ergebnisse werden zusammengeführt und ergeben dann das sogenannte „Arzeimittelbild“.

 

Arzneimittelprüfung im Alltag

Oft machen wir selber Arzneimittelprüfungen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Ich habe schon beschrieben, was beim Zwiebelschneiden passiert. Und wer kennt nicht schon die Wirkung des Kaffees, wenn man am Abend zuviel davon getrunken hat: man liegt wach im Bett, der Puls ist erhöht, immer wieder kommt derselbe Gedanken, der den Schlaf raubt. Andere bekommen Magenbrennen oder Durchfall, wieder andere werden innerlich nervös und reizbar mit Herzklopfen. Dies alles sind Prüfsymptome des Kaffees und allein durch Absetzen des Kaffeekonsums verschwinden sie wieder. Leidet nun aber ein Patient unter Schlafstörungen mit den oben beschriebenen Symptomen, so kann er mit COFFEA (Kaffee) in homöopathischer Dosierung geheilt werden.


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