22.04.2003 – Cayenne Pfeffer bei Heimweh


 

Heimweh beinhaltet nicht nur die Sehnsucht nach daheim, sondern auch die Sehnsucht, sich heimisch zu fühlen, eingebettet in die wohlige Umgebung der Familie als auch in die wohltuende Geborgenheit der geographischen Umgebung. Wer von Heimweh zermürbt wird, der ist dem Urvertrauen sehr fern. Nur aus diesem Wissen verstehen wir den Schmerz vor allem unserer Kinder. Jetzt kommt wieder die Zeit der Ferienlager und viele betroffene Eltern, Lehrer und Lagerleiter, aber auch Kinder können ein Lied davon singen. Die Symptome, die sich dabei entwickeln, sind vom Einzelnen abhängig. Im Vordergrund steht aber sicher der seelische Kummer, die Unlust, aber auch Kopfweh, Bauchweh, Appetitlosigkeit.

 

Ist Heimweh eine Krankheit?

Wie schon erwähnt, haben wir es beim Heimweh mit einem Kummer zu tun und wie bei jedem Kummer steht der seelische Schmerz im Zentrum, der uns unglücklich, traurig, depressiv, lustlos macht, der aber auch zu körperlichen Symptomen wie Weinkrämpfen, Kopfweh, Bauchweh, Appetitlosigkeit usw. führt. Wir haben es hier mit einer psycho-somatischen Erkrankung zu tun, d.h. der seelische Kummer löst auch körperliche Beschwerden aus. In diesem Sinne ist Heimweh ganz klar eine Erscheinung, die zu schweren krankhaften Zuständen führen kann.

 

Hilft da Cayenne Pfeffer?

Wenn wir ein schüchternes, eher rotwangiges, und vielleicht auch noch übergewichtiges Kind vor uns haben, bei dem wir vorher schon wissen, dass es im Ferienlager vor untröstlichem Heimweh fast vergeht, über zusammenhanglose Beschwerden klagt, aber das Weinen unterdrückt und nichts mehr isst, dann geben wir ihm schon bei Ferienantritt das homöopathische Mittel CAPSICUM (Cayenne Pfeffer), und es kann endlich den Ferienaufenthalt geniessen. Das CAPSICUM-Heimweh kann so schwere Formen annehmen, dass sogar Selbstmordgedanken auftreten. CAPSICUM-Patienten haben übrigens auch gerne Pfeffer. Als weitere Mittel kommen noch IGNATIA oder NATRIUM MURIATICUM in Frage, je nach Zustand.

Ist aber mit diesen Mitteln die Lebensfreude nicht mehr zu erwecken, so rate ich allen Eltern, Lehrern und Lagerleitern, das Kind nicht zu lange leiden zu lassen und die Tortur des Ferienlagers abzubrechen, um das Vertrauen des Kindes in seine Eltern nicht noch mehr zu strapazieren.


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