29.04.2003 – Giftsumach bei Hexenschuss


 

Wer jetzt wieder die ersten Gartenarbeiten verrichtet, der setzt sich vielleicht der Gefahr eines Hexenschusses aus. Beim Bücken verrutscht die Kleidung, der Rücken wird frei, schwitzen tut man sowieso, und so braucht es nur noch ein wenig Zugluft und das Malheur nimmt seinen Lauf. Schon bei der nächsten ruckartigen Bewegung schiesst die Hexe ein, so dass man nicht mehr gerade gehen kann. Bei jeder veränderten Körperhaltung gibt es weitere Schmerzstösse und man nimmt eine Haltung an, die am wenigsten schmerzhaft ist. In der Folge sehen wir dann die Leute krumm herumgehen.

 

Was passiert bei einem Hexenschuss?

Weil die Nerven im Lendenbereich ziemlich ungeschützt sind, sind sie anfällig auf Unterkühlung. Durch längeres Bücken verspannen und verhärten sich die Muskeln, ein Wirbel wird vielleicht verschoben und beim Aufrichten klemmen wir uns einen Nerv ein. Dasselbe passiert aber auch beim Überheben. Auch beim Hochheben eines schweren Gegenstandes können wir uns einen Hexenschuss einfangen.

 

Was kann man tun bei Hexenschuss?

Leute, die sich öfters einen Hexenschuss holen, sind meistens übersäuert durch eine zu eiweissreiche Kost. Hier sollte man den Eiweisskonsum (meistens Fleisch) reduzieren. Bei Hexenschuss hilft fast immer auch Wärme wie z.B. heisse Bäder, warme Umschläge etc. Es gibt aber auch hervorragende homöopathische Mittel. Ich möchte zwei Hauptmittel erwähnen, die man sehr gut unterscheiden kann:

 

--> Bei RHUS TOX. (Giftsumach) bessert die fortgesetzte Bewegung. Zu Beginn der Bewegung oder in der Ruhe ist der Schmerz stärker, sobald man sich ganz leicht oder länger bewegt, bessert sich der Schmerz sofort. Der RHUS TOX. -Patient ist ruhelos, gereizt und ungeduldig. Im Liegen oder beim Stillsitzen hält er die Schmerzen kaum aus, deshalb muss er sich ständig bewegen. Diesen Umstand bezeichnet man in der Homöopathie als Modalität, und diese Modalität gilt es hier besonders zu beachten. Auch Wärme hilft diesem Patienten.

 

--> Genau das Gegenteil beobachten wir bei BRYONIA (Zaunrübe). Das grosse Leitsymptom ist hier die bemerkenswerte Verschlimmerung bei jeder Bewegung. Der BRYONIA-Patient möchte in Ruhe gelassen werden, damit er nicht reden und sich nicht bewegen muss. Es geht ihm besser, wenn er auf der schmerzhaften Seite liegt. Solche Modalitäten sind wichtig zur Unterscheidung der Mittel.


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